Italien Trentino Pasubio Rovereto
Rovereto & Monte Pasubio

Tourenschwerpunkt

CC AM FR DH

Mountainbike-Saison

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Das Mountainbike Revier von Rovereto ist vom Gebirgskrieg geprägt. So viele Militärwege und -Trails wie am Pasubio oder dem Monte Zugna finden sich andernorts nirgendwo. Einige der Touren auf den Killing Fields in diesem hart umkämpften Frontabschnitt zählen zu den eindrucksvollsten und schönsten der italienischen Alpen.

Kaum ein Frontabschnitt des Trentino war im Ersten Weltkrieg so lange und so hart umkämpft wie der um den Monte Pasubio und den Monte Zugna bei Rovereto. Von den exorbitanten Opferzahlen abgesehen war es hier aber dasselbe Lied wie an allen Fronten der Dolomiten: die Linien blieben über Jahre starr und trotz ständiger Sturmangriffe konnten weder die Österreicher noch die Italiener einen Durchbruch erzielen. Um die Fronten mit Nachschub zu versorgen, wurde beiderseits ein weites Netz aus Militärstraßen und -Wegen angelegt. So weit wie gehabt. Bliebe zu erwähnen dass in diesem Teil des Trentino praktisch jeder Weg im Gebirge auf dieses militärische Wegenetz zurückgeht. Den anderen Hinterlassenschaften des Krieges, wie Schützengräben, Tunnels, Unterstände und Gräber, begegnet man in dieser Region auf Schritt und Tritt.

Diese Wege existieren bis heute und sind überwiegend auch noch in sehr gutem Zustand verblieben. Selten steiler als 10 Prozent, bieten sie mit dem Mountainbike ein optimales Fortkommen. Einige haben spätestens seit den legendären Moser Bike Guides einen wahren Kultcharakter: Die Trailtour über die Porte del Pasubio und die Bocchetta di Foxi zählt z.B. zu den schönsten Mountainbike Runden der italienischen Alpen. Eine andere Mosertour hingegen, die legendäre „Straße der 52 Tunnels“ am Pasubio, ist heute (zu Recht) für Mountainbikes gesperrt.

Insgesamt findet sich in diesem Teil des Trentino ein oft einsames, dabei landschaftlich wie fahrtechnisch sehr lohnendes Mountainbike Revier. Der historische Hintergrund macht diesen Spot zusätzlich auch in kultureller Hinsicht interessant.

Einsteigertouren
40%
Crosscountry
100%
Allmountain
100%
Enduro & Freeride
30%
Downhill & Bikepark
30%
Spot-Rating
60%

Die Killing Fields des Gebirgskrieges

Mangels Shuttleservices werden Freerider rund um Rovereto wenig Freude haben. Allmountain Piloten freuen sich hier aber über zig lohnende Singletrails von super flowig bis technisch sehr anspruchsvoll. Die meisten Trails haben einen festen Untergrund. So sind viele Trails ein ganzes Stück weit angenehmer zu fahren, als am nahen Gardasee.

Wenn es ein Bike-Revier entlang der Südgrenze des Trentino gibt, in dem „Mountainbike“ und „Militärwege“ ein und dasselbe sind, dann ist es das Revier von Rovereto. Praktisch jeder Weg in diesen Bergen hat seinen Ursprung in den Schlachten des Ersten Weltkrieges, seien es Straßen, Schotterwege oder Singletrails. Den Monte Pasubio kennt spätestens seit den Moser Guides jeder Mountainbiker. Hier fand eines der erbarmungslosesten Gemetzel des Gebirgskrieges statt. Heute findet sich auf den Nachschubwegen zu den Killing Fields des Pasubio eines der interessantesten Bike-Reviere weit und breit.

Weniger bekannt, sei es im Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg oder in Sachen Mountainbike, ist der Monte Zebio. Dabei sind die charakteristischen glatt geschliffenen Gesteinsplatten oberhalb der Ortschaft Rovereto mit Sicherheit jedem Gardasee-Fahrer schon einmal aufgefallen. Die Front des Gebirgskrieges verlief genau über den Rücken des Monte Zebio. Rovereto war über zwei Jahre lang Frontstadt und direkt in die Kämpfe verwickelt. Entsprechend findet sich auch am Zebio das typische Netz aus Militärtrails nebst vieler erhaltener Stellungen aus dem Krieg.

Südlich des Monte Zebio teilt ein langer Grat das Etschtal vom Vallarsa, um schließlich in die „Kleinen Dolomiten“ und die Hochebene der Monti Lessini zu münden. Im Krieg befanden sich hier die Rückzugslinien der italienischen Truppen. Der komplette Grat ist mit einem System aus Militärwegen erschlossen. Die meisten davon sind auf Singletrail Breite verfallen, und ergeben optimales Bike-Terrain. Allerdings überragt der höchste Punkt dieses Militärstraßennetzes am Rifugio Fraccaroli das Etschtal um satte 2000 Höhenmeter. Eine Tour dort oben an einem Tag zu schaffen dürfte ein Ding der Unmöglichkeit sein. Für ein Wochenende eignet sich der „Giro Cima Carega“ aber perfekt.

Insgesamt haben wir es rund um Rovereto mit einem sehr abwechslungsreichen Bike-Revier zu tun. „Klassische Tourenfahrer“ kommen hier voll auf ihre Kosten, können sie doch auf dem weiten Netz aus Militärstraßen und Maultierwegen ihre Stärken ausspielen. Aber auch für eher Freeride-orientierte Singletrailfans hat die Gegend viel Potential zu bieten. Allerdings fehlt hier ein Angebot an Shuttledienstleistern, wie am nahen Gardasee. Die Touren vor Ort muss man sich komplett aus eigener Kraft erarbeiten.

Beste Reisezeit: In den Höhen des Pasubio und der Kleinen Dolomiten liegt im Winter sehr viel Schnee. Bedingt durch die südliche Lage schmilzt dieser jedoch meist schnell – spätestens Mitte Mai dürften alle Touren schneefrei sein. Richtung Talgrund lässt es sich schon Anfang April gut biken, mit Glück geht die Bike-Saison bis Ende November. Im Hochsommer wird es hier allerdings sehr heiß. Die Monate Juli und August sollte man für Biketouren eher meiden.

Wetter: Das Klima ist typisch für den Südrand der Alpen, d.h. sehr heiß und oft schwül. Im Sommer kommt es wegen der großen Höhenunterschiede zwischen Tal und Berg häufig zu kräftigen Thermikwinden. Dadurch können sich teils sehr starke Gewitter bilden!

Anreise mit dem Auto: Über die Brennerautobahn bis zur Ausfahrt Rovereto Nord. Dort entweder über die SS12 Richtung Marco/Ala oder über die SS46 ins Vallarsa bis Anghebeni ( 370 km, 4:00 h von München aus).

Anreise mit dem Zug: Rovereto liegt direkt an der Bahnstrecke Richtung Verona und ist von München aus mehrfach täglich ohne Umsteigen zu erreichen. Bike-Mitnahme begrenzt möglich. Fahrplan unter www.bahn.de

Karten: Sezioni Vicentine del CAI „Sentieri Pasubio Carega“, zwei Karten 1:25.000, erhältlich in den Buchhandlungen vor Ort. Oder: 4Land, Blatt 118 „Pasubio-Piccole Dolomiti“, Maßstab 1:25.000

Öffentliche Verkehrsmittel: Das Vallarsa wird mit Buslinien bedient. Die Fahrradmitnahme ist begrenzt möglich. Infos über die Haltestellen und Fahrplan (mit Smartphone-App) unter http://www.ttesercizio.it/Orari/Extraurbano/Default.aspx

Shops/Verleih: Vitamina BC, Via Campagnole 44, Rovereto, Tel. +39/ 04 64/ 75 00 65

Sehenswert: Das Kriegsmuseum Rovereto bietet eine interessante Sammlung (nicht nur) zum Gebirgskrieg. www.museodellaguerra.it

Tourist-Info+Übernachtung: APT Rovereto, Tel. +39/ 04 64/ 43 03 63, www.visitrovereto.it

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