Level 4

Italien Trentino Val di Fassa
Bikepark Fassa

23.5 km 60 m 2900 m 2:00 h

Tourcharakter

CC AM FR DH

Fahrbare Monate

01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12

Der Bikepark Fassa zählt zu den ersten Bikeparks, die in den Dolomiten die Pforten geöffnet haben. Er vereint Flowtrail-Elemente, wie sie heute en vogue sind, mit ganz klassischem Trailfahren und einigen deftigen Downhill-Passagen. Mithin: ein Bikepark in dem fast jeder eine Strecke nach seiner Kragenweite findet.

Schwierigkeit

Kondition
50%
Fahrtechnik
75%

Singletrails obligatorisch

S0 S1 S2 S3 S4 S5

Singletrails maximal

S0 S1 S2 S3 S4 S5

Genussfaktor

Fahrspaß
80%
Adventure
60%

Bikepark-Klassiker in den Dolomiten

Der Bikepark Fassa ist grob zweigeteilt: unterhalb der Mittelstation dominieren gebaute, technisch anspruchsvolle Singletrails, die eher weniger an einen Bikepark erinnern. Im Gipfelbereich oberhalb der Waldgrenze finden sich eher klassische Bikepark-Lines, wie man sie etwa aus Saalbach kennt.

Der Bikepark Fassa war einer der ersten Bikeparks der Dolomiten, und öffnete schon 2006 seine Pforten. Das große Plus des Parks war und ist seine Lage: Mehr Landschaftsgenuss als am Belvedere oberhalb von Canazei lässt sich wohl kaum in einen Bikepark zaubern. Doch neben den Blicken auf die Dolomitenriesen von Langkofel, Sella oder Marmolada punktet der Bikepark Fassa auch mit seinen Lines. Offenbar wurde hier konstant an den Strecken gearbeitet.

Die Kernzone des Parks ist grob zweigeteilt. Von Canazei aus führt die Belvedere-Seilbahn in zwei Sektionen über knapp 1000 Höhenmeter nach oben. Von der Mittelstation ziehen zwei Lines mit 500 Metern Höhenverlust nach unten. Die nördlich gelegene „Freeride Line“ beginnt sehr vielversprechend mit einem technischen, sehr abwechslungsreichen Singletrail. Im Mittelteil macht sich aber leider etwas Ernüchterung breit – hier führt die Line über eine Skipiste nach unten und ist im Grunde nicht mehr als eine Schotterstraße mit grobem Untergrund, wie sie für die Dolomiten typisch ist. Erst unten fädelt die Line wieder in einen Trail ein. Nichts außergewöhnliches, aber angesichts des Mittelteils nimmt man ihn dankend an.

Von ganz anderem Charakter ist die „Electric Line“. Ein technisch anspruchsvoller Singletrail mit Wurzelpassagen, Drops, ausgesetzten Stellen sowie im unteren Teil diversen Wallrides und Northshores fordert die Fahrtechnik. Nach Regenfällen wird diese Line recht rutschig, zählt aber trotzdem zu den besten Runs im Bikepark.

Im oberen Segment führen zwei klassische Bikepark-Lines in Richtung der Mittelstation nach unten. Hier dominieren Anlieger und Tables, ein Stil, wie man ihn etwa aus Saalbach kennt. Erfreulicherweise finden sich hier aber auch deutlich weniger Bremsrubbel und Löcher. Dies liegt natürlich daran dass der Bikepark Fassa deutlich weniger frequentiert wird als Saalbach. Doch zeigt es auch dass man hier die Streckenpflege offensichtlich ernst nimmt. Ein großes Lob an die Bikepark-Macher Willy und Stefano und ihr Team!

Ein dritter Sektor bildet die Anbindung an die „Trail-Sellaronda“. Von der Bergstation wollen ca. 50 Höhenmeter Anstieg bis zum Rifugio Baita Fedarola überwunden werden. Von dort führt ein Wiesentrail abwärts in Richtung Pordoi-Passstraße. Hier hat man sich darauf beschränkt, auf einer Bergwiese das Gras zu mähen und so eine etwas puristische Line zu zaubern. Etwas schade, denn die Line hätte mit etwas mehr Ausbau einiges an Potential. Der Trail endet an der Fodom-Hütte. Der Anschluss zur Talstation des Sessellifts auf der Arabba zugewandten Seite des Passo Pordoi geschieht über einen wenig spannenden Karrenweg. Der Abstecher lohnt trotzdem, denn der gebaute Trail zwischen Passo Pordoi und Fodom-Hütte ist absolut spaßig und lohnend.

Eine zweite Auffahrt mit dem Sessellift von Arabba bringt dann wieder die Verbindung vom Passo Pordoi zurück zum eigentlichen Bikepark. Hier wurde ein Wanderweg mit überschaubaren Eingriffen in einen Mountainbike-Trail verwandelt. Ein klassischer Hybrid-Trail, der mit einerseits kurzen, verblockten Stellen, bald aber mit kurzen Northshore-Elementen nach unten führt.

Als Fazit lässt sich sagen, dass die gebauten Lines des Bikeparks sehr gut gemacht sind und viel Spaß bringen. Diverse, nennen wir es „Transferstücke“ geben dem Bikepark Fassa aber einen etwas unfertigen Charakter. Dies liegt wahrscheinlich auch daran, dass er sich inmitten des UNESCO-Weltnaturerbes der Dolomiten befindet, die Bikepark-Macher also mit diversen Einschränkungen zu kämpfen haben. Offenbar ist hier der Bau eines weitläufigen Skigebietes kein Problem, der Bau von Bikepark-Lines aber schon. Man muss es nicht verstehen. Bleibt den Bikepark-Machern (und den Usern) zu wünschen, dass sie die Hände freibekommen um die angefangenen Lines gebührend fertig zu bauen. Dann wäre der Bikepark Fassa nicht nur einer der landschaftlich schönsten (das ist er jetzt schon) sondern auch einer der fahrtechnisch interessanteren! Das Tagesticket zu kaufen lohnt sich auf jeden Fall jetzt schon.

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